Österreichischer Seniorenbund Bundesorganisation
 
 
Liebes Mitglied!

Nicht zuletzt aufgrund der Debatte um die 35-Stunden-Woche ist die Berufsgruppe des Pflegepersonals wieder in aller Munde. Die Argumente beider Seiten sind nachvollziehbar, nicht zuletzt, da die Diskussion vor dem Hintergrund der Kollektivverhandlungen in den Sozialberufen geführt wird.

Über den Ruf nach kürzerer Arbeitszeit dürfen wir aber nicht den Blick für die wesentlichste Herausforderung im Pflegebereich verlieren: Die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte als Ganzes zu verbessern. Drei Viertel aller Pflegekräfte glauben nicht, ihre Arbeit bis zur Pension durchstehen zu können. Dieses Bild führt uns die jüngste Umfrage zur Arbeitszufriedenheit von Sora und Ifes vor Augen. Tatsächlich ist die Fluktuation im Pflegebereich sehr hoch, viele Pflegekräfte scheiden bereits im ersten Jahr aus dem Job aus, die meisten nach sieben oder acht Jahren.

Mehr Anerkennung für Pflegekräfte

Bis 2050 brauchen wir 50.000 Pflegekräfte mehr. Außerdem ist der Großteil der pflegenden Angehörigen selbst über 60 Jahre alt. Das macht die Pflege älterer oder kranker Menschen zu einer der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft.

Ansehen und Arbeitsbedingungen spiegeln diese Wichtigkeit aber nicht wider. Das führt zu überlasteten Pflegekräften und Personalmangel – zum Nachteil der Angehörigen, insbesondere Frauen, die die Pflege selbst übernehmen müssen. Deshalb setze ich mich für eine Aufwertung des Pflegeberufs und der Ausbildung ein. Meine Forderungen im Überblick:

Aufwertung des Berufsbildes der Pflegekräfte
  • Mehr und begleitende psychosoziale Betreuung als Teil einer aktiven Gesundheitsvorsorge, damit Pflegekräfte die Belastungen des Berufsalltages nicht alleine schultern müssen.
  • Änderung der Einkommenskurve bei Gesundheitsberufen: Pflegekräfte sollen höhere Einstiegsgehälter bekommen, die dafür aber weniger stark ansteigen.
 
Ausbildung: Förderung und Pflegelehre
  • Finanzielle Unterstützung bereits während der Ausbildung und die Garantie für eine Anstellung nach dem Abschluss.
  • Pflegenachwuchs bereits ab dem 15. Lebensjahr mit Pflegelehre abholen.
  • Theorieausbildung in den ersten beiden Jahren, Arbeit mit Pflegebedürftigen erst ab 17!
 
Aufwertung und Ausbildung für Pflegekräfte müssen bei der Pflegereform an erster Stelle stehen. Wir brauchen diese Fachkräfte dringender denn je. Dafür werde ich in der Task-Force Pflege der Bundesregierung, der ich angehören werde, hart verhandeln.

 
 
Mit den besten Grüßen,
Ihre Ingrid Korosec
 
 
 
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